Bartholomäberg, auch der „Sonnenbalkon des Montafons“ genannt, gehört zu den ältesten urkundlich erwähnten Bergbaugebieten im Alpenraum.
Die ältesten noch erhaltenen Urkunden stammen aus der Zeit Ludwigs des Frommen aus den Jahren 814 und 820 n. Chr. Neben einer Vielzahl von teils neu entdeckten Dokumenten spielt auch das
churrätische Reichsurbar, das bischöfliche Einkünfteverzeichnis aus
dem Jahre 842 n. Chr. eine bedeutende Rolle. Darin wird erstmals direkt auf den Eisenerzabbau hingewiesen. Jahrhundertelang blühte der Bergbau im Bereich Bartholomäberg/Silbertal.
Es konnte eine sehr komplexe Mineralisation nachgewiesen werden. Es finden
sich z. B. Azurit, Malachit, Siderit und sogar – eine Rarität in Europa – gold- und silberhaltige
Amalgamverbindungen. Vom Reichtum der damaligen Zeit zeugt heute noch die berühmte
Barockkirche in Bartholomäberg.
Um 1550 nahm die Bergbautätigkeit im Montafon dramatisch ab. Die Konkurrenz ertragreicherer Bergwerke brachte den heimischen Bergbau kurz nach 1600 weitgehend zum Erliegen. Schürfversuche in den folgenden Jahrhunderten blieben ohne den gewünschten Erfolg. Und
so wurde der Bergbau im Montafon Geschichte.
Seit dem Jahr 2010 ist das historische Bergwerk Bartholomäberg wieder geöffnet. Bei der Restauration des Bergwerkes wurde besonders auf die Erhaltung eines unverfälschten historischen Charakters geachtet. Rund 120 Meter des St. Anna Stollens, dessen tatsächliche Länge unbekannt ist, konnten für die Besucher zugänglich gemacht werden. Unter fachkundiger Führung erlebt man die Faszination eines historischen Bergwerkes und lernt über die kargen und harten Arbeitsbedingungen der Bergknappen in längst vergangenen Zeiten.
Das Bergwerk ist zu Fuß in ca. 35 Minuten von der Barockkirche Bartholomäberg aus zu erreichen.
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