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Es braucht ein ganzes Dorf, um in Würde älter zu werden

Beim Symposium „Wohnen im Alter“ der ARGE V:Süd diskutierten am 13. März in der Remise Bludenz Gemeinden, Expert:innen und soziale Organisationen darüber, wie gutes Wohnen im Alter gelingen kann. Im Fokus standen neue Wohnformen, soziale Beziehungen und die Frage, wie Gemeinden gemeinsam Verantwortung übernehmen können.

„Wohnen im Alter zählt zu den zentralen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft – und wir können sie nur gemeinsam lösen“, betonte Simon Tschann, Bürgermeister von Bludenz und Sprecher der ARGE V:Süd. „V:Süd übernimmt dabei eine wichtige Vorbildfunktion und zeigt, wie große Herausforderungen künftig verstärkt gemeinsam angegangen werden müssen.“

Die Region steht vor großen Veränderungen: Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich bis 2050 verdoppeln. Viele ältere Menschen leben bereits heute allein und oft in Wohnsituationen, die im Alter schwer zu bewältigen sind. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit alternativen Wohnformen zu befassen und vorhandene Handlungsspielräume rechtzeitig zu nutzen.

Forschung: Das richtige Zeitfenster nutzen

Professor Franz Kolland, Leiter des Kompetenzzentrums für Gerontologie und Gesundheitsforschung der Karl Landsteiner Universität in Krems, zeigte in seinem unterhaltsamen Vortrag, dass Menschen in ihren 60ern am ehesten bereit sind, die Wohnsituation aktiv zu verändern. „Das ist ein äußerst schmales Zeitfenster“, warnte Professor Kolland.

Den Mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegevereinen kommt eine besondere Bedeutung zu. Da sie nah an den Menschen sind, erkennen sie sehr früh, wenn sich der Bedarf eines Einzelnen verändert und eventuell auch eine Änderung der Wohnsituation notwendig sein kann. Brigitte Trautz vom Krankenpflegeverein Jagdberg berichtete aus ihrem Alltag: „Meist kommt es erst zu Veränderungen, wenn es zuhause wirklich gar nicht mehr geht – aber dann gibt es oft nicht mehr viele Optionen. Ist das wirklich erstrebenswert?“

Fokus auf das soziale Miteinander

In der Podiumsdiskussion wurde auch beleuchtet, was den Übergang in eine andere Wohnform für die einzelnen Menschen erleichtern könnte. Hier sind kreative Lösungen gefragt. Die besten Ideen nützen jedoch nichts, wenn die Bevölkerung sie nicht annehmen möchte. Bei der Entwicklung neuer Wohnformen müssen daher immer die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen. „Da spielt die Bauform aber eine untergeordnete Rolle“, betonte Professor Kolland. „Am wichtigsten sind die sozialen Beziehungen – diese erhöhen die Lebensqualität in den späteren Jahren enorm.“

Gemeinden als Gestalter von Lebensqualität

Für Gemeinden ergeben sich daraus klare Aufgaben. Sie können Begegnungsräume schaffen, Nachbarschaften stärken und Wohnumfelder so gestalten, dass ältere Menschen länger selbstständig leben können. „Aber keine Gemeinde muss alles allein lösen“, so Andrea Schwarzmann, Obfrau der Regio Großes Walsertal, „Regionale Kooperation macht uns alle effizienter und handlungsfähiger.“

Am Nachmittag boten Exkursionen einen praktischen Einblick in unterschiedliche Wohnformen – von generationenübergreifendem Wohnen über betreute Anlagen bis hin zu Quartieren, in denen konkret überlegt wurde, wie Begegnung und Austausch gefördert werden können. Die Beispiele zeigten, wie vielfältig die Möglichkeiten in der Region bereits sind und wie sehr der Blick in bestehende Projekte neue Ideen anregen kann.

Das Symposium machte deutlich: Die Region V:Süd steht vor großen Aufgaben, verfügt aber über starke Kooperationen und engagierte Akteur:innen. Lösungen entstehen dort, wo Gemeinden, Organisationen und Bürger:innen frühzeitig ins Gespräch kommen und gemeinsam Zukunft gestalten.


Symposium Wohnen im Alter

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Factbox ARGE V:Süd

Kooperationspartner V:Süd:

Stand Montafon

Stadt Bludenz

Region Brandnertal – Gemeinden Brand und Bürserberg 

Regio Im Walgau

Regio Großes Walsertal 

REGIO Klostertal-Arlberg

Symposium „Wohnen im Alter“ am 13. März 2026 in der Remise Bludenz

Das Symposium richtete sich an alle, die Wohnen im Alter aus unterschiedlichen Blickwinkeln begleiten, planen oder umsetzen. 

Das Projekt V:Süd wird durch LEADER finanziert und läuft bis Mitte 2026

Weitere Infos unter www.v-sued.at

28.03.2026