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Tanzabend „Was es heißt, eine Frau zu sein.“

Tanz

Ein verheißungsvoller Titel für einen Tanzabend der Musikschule Montafon unter der Leitung der Tanzpädagogin Celina Ganahl!

Der Titel verspricht Aufklärung für Männer, diese zumeist limitierten Geschöpfe mit beschränkter Phantasie, suboptimaler Emotionalität und eingeschränkter körperlicher Beweglichkeit. Ein Titel jedenfalls, der zahlreiche junge und ältere Menschen, neugierig oder betont cool, in die „Kulturbühne“ Schruns lockte, darunter viele lernbereite Junggesellen und absprungbereite Ehemänner.

 

Erwartet hatte ich ein tänzerisches Scherbengericht, eine im Gewand der Kunst daherkommende feministische Abrechnung mit „Mann“ schlechthin, ein Aufbegehren gegen schreiendes Unrecht, das Frauen jeden Tag (und nicht selten jede Nacht) widerfährt, ein dramatisch aufbereitetes Instagram-Lamentieren über das Frauendasein im Allgemeinen und im Besonderen.

 

Wenig davon geschah. Mit wachsender Spannung und nicht nachlassender Neugier folgte ich einem klug und einfallsreich inszenierten Tanztheater, das durch seine intelligenten, ernsten und durchaus selbstkritischen Wortbeiträge ebenso überzeugte wie durch seine stimmigen, sinnlichen, Gänsehaut erzeugenden Choreografien. Keine Moralpredigten, kein erhobener Zeigefinger. Stattdessen Aufklärung, Augenzwinkern, Humor, im Tanz verpackte bittere Wahrheiten. Wie wohltuend in dauerempörten Zeiten!  

 

Was es denn nun heißt, eine Frau zu sein und sich als Frau zu fühlen, kann der Mann nach eineinhalbstündigen mutigen Offenbarungen der Protagonistinnen nur schwach erahnen: groß und tief ist das Meer weiblicher Eigenschaften und Empfindungen. Doch selbst ein schwaches Erahnen ist allemal besser als eine dumpfe Unempfindlichkeit im Umgang mit einer weiblichen Seele. 

 Text & Foto: Diedrich Onnen

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17.03.2026